Microsoft sagte, dass Kunden seiner Cloud-Dienste in der Europäischen Union ab Januar einen Teil ihrer Daten in der Region speichern und verarbeiten können. Die Einführung der „EU-Datengrenze“ erfolgt schrittweise und betrifft alle Hauptdienste des Unternehmens: Azure, Microsoft 365, Dynamics 365 und Power BI.
Große europäische Unternehmen sind zunehmend besorgt über den unkontrollierten Datenverkehr über die Grenzen der Region – sie sind verpflichtet, die 2018 verabschiedete Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) einzuhalten, die darauf abzielt, die Privatsphäre der Nutzer zu gewährleisten. Die Europäische Kommission arbeitet an möglichen Szenarien zur Umsetzung der Anforderungen des Dokuments, aber vorerst werden die Daten europäischer Nutzer weiterhin in die Vereinigten Staaten übertragen.
Julie Brill, Head of Data Privacy bei Microsoft, merkte an, dass zum Erreichen der Ziele ein schrittweiser Ansatz erforderlich sei: In der ersten Phase werden Kundendaten lokalisiert; auf der zweiten, die Ende 2023 endet, Service- und Registrierungsdaten; und am dritten, bereits im Jahr 2024, alle anderen Informationen.
Mittlerweile verfügt Microsoft über mehr als ein Dutzend europäische Rechenzentren. Sie befinden sich in Deutschland, Spanien, Frankreich und der Schweiz. Die Daten großer Unternehmen sind auf Ressourcen in mehreren Ländern verteilt, und es ist nicht immer zuverlässig festzustellen, wo genau sie sich befinden und ob dies gegen die DSGVO verstößt. Microsoft hingegen nimmt die Vorgaben des Dokuments ernst: Das Unternehmen hat sich zuvor bereit erklärt, Kunden, deren Daten rechtswidrig weitergegeben werden, finanziell zu entschädigen.
2022-12-15 09:30:48
Autor: Vitalii Babkin
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