Ein hawaiianisches Start-up schlägt vor, überschüssiges Kohlendioxid auf der Erde zu bekämpfen, indem CO2 direkt aus dem Ozeanwasser und nicht aus der Atmosphäre gewonnen wird. Traditionell wird Kohlendioxid entweder bei der Herstellung etwas aus dem Strom aller Emissionen abgeschieden oder aus der Luft gefiltert. Die Entfernung von Kohlenstoff aus den Ozeanen könnte eine kostengünstige Alternative zu diesen Methoden sein und einen effizienteren Weg zur Bindung von Treibhausgasen versprechen.
Nach modernen Vorstellungen von Wissenschaftlern werden in der sogenannten Dämmerungsschicht des Ozeans – das sind Tiefen von 200 bis 1000 Metern, in die wenig Licht eindringt – jährlich etwa 6 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden. Diese natürliche Fabrik selbst bekämpft die CO2-Emissionen auf der ganzen Welt, aber dieser Kampf führt zu einem Anstieg des Säuregehalts des Ozeanwassers. Infolgedessen leidet die natürliche Welt der Ozeane - Korallen, Schalen von Krebstieren werden durch erhöhten Säuregehalt zerstört und das Wachstum von Plankton wird verringert.
Wissenschaftler können nicht mit absoluter Sicherheit sagen, wie stark der Ozean überschüssige Kohlenstoffemissionen in die Atmosphäre mindern kann und wann dieser Mechanismus aus dem Ruder läuft. Die Gewinnung von Kohlenstoff aus Ozeanwasser kann den Ozeanen helfen, Selbstregulierungsmechanismen wiederherzustellen oder aufrechtzuerhalten. Außerdem wird dem Wasser Kohlenstoff nicht selbst entzogen, sondern im Prozess der Salzsäuresynthese. Das hawaiianische Unternehmen Heimdal hat die Produktion von Salzsäure aus Meerwasser mit Rückführung von entsalztem Wasser entwickelt und gestartet. Dabei reduziert es den Säuregehalt der Gewässer so gut es geht, entzieht ihnen Kohlenstoff und verdient daran, chemische Rohstoffe an die Unternehmen zu verkaufen, die es brauchen. Wenn das Verfahren seine wirtschaftlichen Vorteile zeigt, wird Heimdal die Produktion erweitern.
2022-06-02 10:49:07
Autor: Vitalii Babkin