Wissenschaftler der University of Chicago haben eine Uhr geschaffen, die mit lebenden Organismen gefüllt ist, die Schimmelpilzen ähneln. Das Experiment zielt darauf ab, Geräte mit einem geringen Anteil an Elektroschrott herzustellen.
Das Problem des Elektroschrotts ist heute eines der dringendsten. Dies ist die am schnellsten wachsende Müllkategorie - ihr jährliches Volumen beträgt etwa 40 Millionen Tonnen. Amerikanische Wissenschaftler versuchten, dieses Problem teilweise zu lösen.
Grundlage ihrer einzigartigen Uhr war der elektrisch leitfähige Einzeller Physarium multicephalus, der im Volksmund „Schleimpilz“ genannt wird. Uhren funktionieren nur zu 100 %, wenn diese Organismen mit Ernährung und Pflege zufrieden sind. Daher muss der Benutzer regelmäßig eine Lösung aus Wasser und Hafer hineinspritzen. Dadurch wird das Wachstum von Physarium angeregt.
Der Herzfrequenzmesser beginnt zu arbeiten, wenn der Pilz eine bestimmte Größe erreicht hat – er muss groß genug sein, um das elektrische Netzwerk zu schließen, das den Herzschlagsensor aktiviert.
Fünf Teilnehmer wurden eingeladen, das Gadget zu testen, die es zwei Wochen lang trugen. In den ersten sieben Tagen kümmern sich die Nutzer um das Physarium, bis sich der Pulsmesser einschaltet. Die Teilnehmer des Experiments hielten ihre Beobachtungen und Gefühle in Tagebüchern fest. Infolgedessen stellte sich heraus, dass Benutzer an ihre Smartwatch gebunden wurden. Für manche glichen sie Tamagotchi, für andere Haustieren. Es kam zu dem Punkt, dass der Uhr Namen gegeben wurden. Ein solcher Grund liegt laut den Autoren des Experiments in der Zwei-Wege-Kommunikation - anders als bei gewöhnlichen Smartwatches profitieren die Benutzer hier nicht nur, sondern kümmern sich auch selbst um das Gadget.
2022-12-16 12:57:31
Autor: Vitalii Babkin
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