Laut Statistik wird nur jede dritte Plastikflasche, die in den Müll geworfen wird, recycelt. Und selbst wenn es recycelt wird, wird daraus nur in einem von fünf Fällen eine neue Flasche. Ein drittes Leben wird sie nicht mehr haben, denn Kunststoff verliert endgültig seine Eigenschaften. Wissenschaftler der Colorado State University haben einen Weg gefunden, Plastik zum dritten, zehnten und sogar hundertsten Mal wiederzuverwenden.
In einem kürzlich erschienenen Artikel in der Zeitschrift Nature Chemistry haben US-Chemiker gezeigt, dass es möglich ist, duroplastischen Kunststoff, einen harten Kunststoff, der häufig in der Luft- und Raumfahrt und der Mikroelektronik verwendet wird, in Einzelteile zu zerlegen, die dann verlustfrei zu genau derselben Art von Kunststoff verarbeitet werden können von wesentlichen Eigenschaften, schreibt ZME Science.
In einem typischen Recyclingzyklus wird Kunststoffabfall mechanisch zu Pulver zerkleinert, das dann verbrannt oder in eine Lösung getaucht wird, die bakterielle Enzyme enthält, die die Masse in noch kleinere Stücke auflösen. Nach der Wärmebehandlung werden diese Flocken zur Herstellung neuer Produkte verwendet.
Mit jedem Recyclingzyklus nimmt die Qualität des Kunststoffs jedoch ab, bis er für eine Wiederverwendung völlig ungeeignet ist. Das bedeutet, dass eine Plastikwasserflasche normalerweise nicht in eine neue Wasserflasche verwandelt werden kann. Sie werden daraus eine Tasche oder einen Polymerstoff machen, der nur ein billiger Plastikbaustoff werden kann.
Zhang Wei und seine Kollegen haben einen weiteren, dynamischen und reversiblen Weg gefunden, um Kunststoffabfälle zu recyceln: die Zerlegung von Polymeren in einzelne Monomere. Es wurde in der Vergangenheit an bestimmten Arten von Hartkunststoffen getestet, wurde jedoch nicht auf eine Vielzahl von Kunststoffen angewendet.
Laut Wissenschaftlern kann es gut an moderne technologische Prozesse in Verarbeitungsanlagen angepasst werden. Darüber hinaus können damit neuartige Materialien geschaffen werden, die die Eigenschaften von modernem Kunststoff aufweisen.
Ein Team der Eidgenössischen Polytechnischen Schule Lausanne in den USA (EPFL) hat ein neues biologisch abbaubares Material entwickelt, das den beliebten Kunststoff ersetzen kann. Aus ungenießbaren Pflanzenteilen haben Wissenschaftler eine haltbare Substanz mit hoher Beständigkeit gegen extreme Temperaturen hergestellt.
2022-09-28 19:00:00
Autor: Vitalii Babkin