Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus den USA und Deutschland stellte die Ergebnisse der größten Studie zu den Ursachen von Krebs vor und kam zu dem Schluss, dass fast 50 % der Fälle durch vermeidbare Risikofaktoren verursacht werden, schreibt Nature. Die Ergebnisse basieren auf einer Analyse von Sterblichkeit und Behinderung aufgrund von 350 verschiedenen Krankheiten in 204 Ländern. Wissenschaftler analysierten 34 Risikofaktoren für die Entstehung von 23 Tumorarten.
Die Hauptursachen für 44 % der Krebstodesfälle weltweit waren Rauchen, Übergewicht und Alkoholkonsum.
Beispielsweise verursachten vermeidbare Risikofaktoren im Jahr 2019 etwa die Hälfte der Krebstodesfälle bei Männern und etwa ein Drittel bei Frauen. Neben Rauchen, Fettleibigkeit und Alkoholmissbrauch hoben die Wissenschaftler auch ungesunde Ernährung, ungeschützten Sex und die Exposition gegenüber Schadstoffen am Arbeitsplatz hervor.
So stiegen im Zeitraum von 2010 bis 2019 die durch diese Ursachen verursachten Krebstodesfälle weltweit um 20 %. Die größte Zunahme sei auf Übergewicht zurückzuführen, präzisieren die Autoren.
Eine wichtige Einschränkung dieser Studie war die Unfähigkeit, die Auswirkungen von UV-Strahlung und Infektionen auf die Krebssterblichkeit zu bewerten. Es ist wahrscheinlich, dass diese Ursachen auch in die Liste der führenden vermeidbaren Risikofaktoren für Krebs aufgenommen werden könnten.
Zuvor präsentierten Wissenschaftler die ersten Beweise für die Auswirkungen von Pestiziden in der Landwirtschaft auf die Entwicklung einer der tödlichsten Tumorarten - Schilddrüsenkrebs. Eine andere Studie berichtet, dass bis zu 20 % der Todesfälle durch Krebs durch negative Umweltfaktoren verursacht werden.
2022-09-01 14:18:30
Autor: Vitalii Babkin