Wenn massereiche Sterne das Ende ihres Lebens erreichen und zu einer Supernova werden, hinterlassen sie ein schwarzes Loch. Es wird geschätzt, dass etwa einer von tausend Sternen massereich genug ist, um ein Schwarzes Loch entstehen zu lassen. Angesichts der Tatsache, dass es in der Milchstraße zwischen 100 und 400 Milliarden Sterne gibt, hat unsere Galaxie wahrscheinlich eine riesige Anzahl von Schwarzen Löchern.
Schwarze Löcher können jedoch naturgemäß sehr schwer zu erkennen sein, insbesondere wenn sie isoliert sind.
Schließlich hat ein Schwarzes Loch eine so starke Gravitation, dass kein Licht freigesetzt wird, sodass Astronomen sie normalerweise durch ihren Gravitationseinfluss auf andere Objekte oder durch die Strahlung erkennen, die von der umgebenden Materie erzeugt wird, die sie absorbieren.
Ohne Objekte in der Nähe oder akkretierende Materie könnten in unserer Galaxie Hunderte Millionen Schwarze Löcher existieren, die für Astronomen praktisch unsichtbar sind.
Wenn, wie Astronomen glauben, der Tod großer Sterne Schwarze Löcher hinterlässt, dann müssen Hunderte Millionen von ihnen über die gesamte Milchstraße verstreut sein. Das Problem ist, dass isolierte Schwarze Löcher unsichtbar sind.
Jetzt hat ein Team von Astronomen zum ersten Mal entdeckt, was ein frei schwebendes Schwarzes Loch sein könnte, indem es die Zunahme der Helligkeit eines weiter entfernten Sterns beobachtete, wenn sein Licht durch das starke Gravitationsfeld des Objekts verzerrt wird – etwas, das Gravitations-Mikrolinsenbildung genannt wird.
Wissenschaftler schätzen die Masse eines unsichtbaren kompakten Objekts auf das 1,6- bis 4,4-fache der Sonnenmasse. Da Astronomen glauben, dass der Überrest eines toten Sterns schwerer als 2,2 Sonnenmassen sein müsste, um in ein Schwarzes Loch zu kollabieren, warnen die Forscher, dass das Objekt ein Neutronenstern und kein Schwarzes Loch sein könnte.
Neutronensterne sind ebenfalls dichte, sehr kompakte Objekte, aber ihre Schwerkraft wird durch den Innendruck der Neutronen ausgeglichen, was einen weiteren Kollaps zu einem Schwarzen Loch verhindert.
Egal, ob es sich um ein Schwarzes Loch oder einen Neutronenstern handelt, dieses Objekt ist das erste Beispiel für einen dunklen Stern – ein Sternengeist, der ohne Paarung durch die Galaxie wandert.
Dies ist das erste frei schwebende Schwarze Loch oder ein Neutronenstern, der mit Gravitationsmikrolinsen entdeckt wurde, sagen die Forscher.
Mit Mikrolinsen können wir diese einsamen kompakten Objekte untersuchen und wiegen. Wir haben ein neues Fenster zu diesen dunklen Objekten geöffnet, die sonst nicht zu sehen sind.
Die Bestimmung, wie viele dieser kompakten Objekte die Milchstraße bewohnen, wird Astronomen helfen, die Entwicklung von Sternen zu verstehen – insbesondere, wie sie sterben, und vielleicht herauszufinden, ob es sich bei einem der unsichtbaren Schwarzen Löcher um Ur-Schwarze Löcher handelt.
Einige Kosmologen glauben, dass sie während des Urknalls in großer Zahl produziert wurden.
Die Analyse eines internationalen Teams von Astronomen wurde zur Veröffentlichung in The Astrophysical Journal Letters angenommen. Die Analyse umfasst vier weitere Mikrolinsenereignisse, von denen das Team zu dem Schluss kam, dass sie nicht von einem Schwarzen Loch verursacht wurden, obwohl zwei wahrscheinlich von einem Weißen Zwerg oder einem Neutronenstern verursacht wurden.
Wissenschaftler kamen auch zu dem Schluss, dass die wahrscheinliche Population von Schwarzen Löchern in der Galaxie 200 Millionen beträgt, was die meisten Theoretiker vorausgesagt haben.
2022-06-11 06:55:51
Autor: Vitalii Babkin