Die zweite Phase der Entwicklung eines innovativen Sonnensegels hat begonnen, das es Raumfahrzeugen ermöglichen wird, unter dem Einfluss des Sonnenwinds sowohl entlang der Strömungen als auch in signifikanten Winkeln dazu zu fliegen. Dies wird die Manövrierfähigkeit von Fahrzeugen mit Sonnensegeln erhöhen und den Einsatz ungewöhnlicher Antriebssysteme für solche Missionen ermöglichen, die für sie bisher unerreichbar waren.
Die Entwicklung wird von einer Gruppe amerikanischer Wissenschaftler unter der Leitung von Amber Dubill vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University in Laurel, Maryland, durchgeführt. Die NASA lobte den Konzeptvorschlag und stellte über einen Zeitraum von zwei Jahren 2 Millionen US-Dollar für den Bau eines funktionierenden Prototyps bereit.
Die Idee eines Sonnensegels ist nicht neu und wurde sogar schon mehr als einmal in die Tat umgesetzt. Beispielsweise wird während der Artemis-I-Mission ein Near-Earth Asteroid Scout (NEA Scout)-Satellit während eines Vorbeiflugs am Mond gestartet, der den 18-Meter-Asteroiden 2020 GE untersuchen wird. Der Hauptmotor des NEA Scout wird ein Sonnensegel mit einer Fläche von etwa 86 m2 sein. Aber es wird ein gewöhnliches Segel sein, dessen Betrieb nur dann so effizient wie möglich ist, wenn der Sonnenwind streng senkrecht zu seiner Ebene „bläst“.
Das neue Sonnensegel nutzt das Prinzip der Wellenkrümmung beim Passieren einer Engstelle oder Beugung und wird auch „Diffraktives Sonnensegel“ genannt. Der Sonnenwindstrom wird sich krümmen, bevor er auf den Stoff des Segels fällt, wofür Beugungsgitter in einem dünnen Film davor eingebaut werden. Dadurch kann das Segel unabhängig oder weniger abhängig vom Einfallswinkel des Sonnenwindes auf seine Oberfläche sein und waghalsigere Manöver mit mehr Schub auch bei einem Winkel zur Sonneneinstrahlung ausführen.
2022-05-25 13:47:44
Autor: Vitalii Babkin