Forscher der Durham University (England) führten ein Experiment durch, um die Reaktion eines menschlichen Fötus auf verschiedene Geschmacksrichtungen der von der Mutter verzehrten Nahrung zu testen. Es ist bekannt, dass die Geschmacksknospen des Kindes bereits in der 14. Schwangerschaftswoche gebildet werden, es gibt auch Hinweise auf das Eindringen von Geschmacksmolekülen in das Fruchtwasser. Während des normalen Schwangerschaftsverlaufs wird seine Zusammensetzung jedoch streng vom Körper der Mutter kontrolliert, weshalb die Wissenschaftler die Frage stellten: Kann der Fötus den Geschmack von Lebensmitteln erkennen?
Die Studie verwendete eine fortschrittliche 4D-Ultraschall-Scantechnologie, die es ermöglicht, sehr detaillierte Bilder des Fötus zu erstellen. An dem Experiment nahmen etwa hundert Frauen im letzten Trimester der Schwangerschaft teil. Die Ultraschalluntersuchung dauerte 25 Minuten, um das fötale Verhalten maximal zu verfolgen und Fehlreaktionen auszuschließen.
Die Frauen bekamen Pillen mit Grünkohl- und Karottenpulver. Ersteres hat einen bitteren Geschmack, letzteres wird als süß empfunden, obwohl es keinen Zucker enthält. Als Ergebnis zeichnete der Scanner eine deutliche Reaktion des Fötus auf – seine Gesichter runzelten oder lächelten als Reaktion auf den bitteren bzw. süßen Geschmack. Die Daten wurden an einer Kontrollgruppe getestet, die keine speziellen Aromen erhielt.
Das Interessanteste wird in naher Zukunft passieren - alle nach dem Experiment geborenen Kinder werden besonders berücksichtigt, damit die Wissenschaftler ihre Reaktion auf verschiedene Geschmäcker testen können, wenn sie feste Nahrung zu sich nehmen können. Damit wird die Hypothese bewiesen oder widerlegt, dass sich Geschmacksgewohnheiten sowie Vorlieben für verschiedene Lebensmittel bereits im Stadium der Schwangerschaft herausbilden können.
2022-09-28 12:39:11
Autor: Vitalii Babkin